Setlist Between Bodies:
FjørtIch hatte mir vorgenommen, dieses Jahr Fjørt auch noch einmal live zu sehen, und da kam mir die Headlinerbestätigung vom Stockrock genau recht. 9 Jahre war ich nicht mehr auf dem Stockrock gewesen. Das lag einerseits daran, dass mich im Hardcore und Punk Rock nur ausgewählte Bands interessieren und andererseits, dass ich meist woanders unterwegs war oder gar eine eigene Vereinsveranstaltung begleitet habe.
Mit 500 Konzertbesuchern war der Freitag ausverkauft. Warum die allerdings beim Stockrock immer so spät anfangen bei vier Bands, keinen Timetable veröffentlichen und es dann bis spät in die Nacht (0:45 Uhr) geht, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Für einen Frühaufsteher wie mich kam dann auch gegen 23 Uhr eine Müdigkeitswelle, die Fjørt dann zum Glück hinwegfegten.
Aber zunächst zum Anfang, den die aus Münster, Fürstenau uns Osnabrück stammende Band Gvlls bewerkstelligte. Schlagzeuger "Bibi", bekannt aus dem Shock Records, legte sich voll ins Zeug und auch insgesamt überzeugte die Band als erstaunlich guter Opener.
Syff aus Koblenz waren eine Sache für sich. Eine Mischung aus Noise und Hardcore mit einer gehörigen Portion Geschwindigkeit bot den Zuhörern einen berauschenden Auftritt. Neben der Musik verausgabte sich die Band, wälzte sich auf dem Boden und jeder Zuschauer stellte sich insgeheim die Frage, wie lange die das wohl durchhalten. Ich fand diese Energieexplosion jedenfalls ziemlich stark.
Mit Musikern aus Kanada und Deutschland hatte die Band Between Bodies eine Menge Punk im Gepäck, aber auch unverkennbare Indie-Rock-Anteile, die enorm den harmonischen Gesang prägten. Das Lied "Gallows" gehörte zu meinen Lieblingssongs auf der Setlist.
Als Fjørt starteten, dachte ich, ein Abrisskommando ist unterwegs. Der Boden vibrierte von der Base Drum so dermaßen, dass man das Gefühl hatte, die Eingeweide flutschen einem unten raus. So krass habe ich das selten erlebt. Nun, eine Ganzkörpermassage während eines Konzertes ist 'ne feine Sache und sorgt für Entspannung. Musikalisch brauche ich zu Fjørt ja nichts mehr sagen. Die sind über alle Zweifel erhaben.
Am Ende war ich glücklich über diesen intensiven Auftritt und überhaupt überraschte mich die durchweg gute Qualität der Auftritte an diesem Tag. Natürlich hatte ich hinterher Plattfüße und war froh um 1:15 Uhr endlich im Bett zu liegen. Das hat ganz schön geschlaucht, aber schön war es.

